the portuguese prison photo project – eine Ausstellung über fotografische Einblicke in portugiesische Gefängnisse

NEU: vom 11. Mai bis 29. September 2019 im Museu do Aljube – Resistência e Liberdade, Lissabon.

Tage bis Beginn der Ausstellung

the portuguese prison photo project gibt einen aktuellen Einblick in sieben portugiesische Gefängnisse. Vom grössten und ältesten der 1880er-Jahre bis zu den neusten von 2004 repräsentieren diese Estabelecimentos prisionais über einen Viertel der Haftplätze.

Die Bilder wurden von einem portugiesischen und einem Schweizer Fotografen 2016/2017 aufgenommen. Ihre fotografische Umsetzung ergeben zwei völlig unterschiedliche, sich ergänzende Sichtweisen. Ein weiterer Zugang zum Thema bieten die historischen Aufnahmen aus staatlichen Archiven. Es ist das erste Fotoprojekt dieses Umfanges über Gefängnisse in Portugal.

Die Ausstellung wird im Museu do Aljube – Resistência e Liberdade, dem portugiesischen Museum zum Widerstand gegen das Regime des Estado Novo, in Lissabon gezeigt. Von 1928 bis 1965 wurde das Gebäude als Gefängnis von der P.I.D.E., der politischen Polizei Portugals, eingesetzt. Das Museum wurde am 25. April 2015 eröffnet.

Nach dem beachtlichen Erfolg der ersten Foto-Ausstellung im 2017, nach der Preisverleihung für beste Photoarbeit 2017 durch die S.A.P., werden die Bilder in einer neuen Zusammenstellung und Präsentationsform vom 11. Mai bis 29. September 2019 in Lissabon gezeigt.

Im Rahmen der Ausstellung findet eine internationale Konferenz zum Thema «Prisons in Portugal and Europe: Regimes of Detention and Monitoring of Regimes» im Museumssaal und an der Rechtsfakultät der Universität von Lissabon vom 23. und 24. Mai 2019 statt. (Siehe Link zur Konferenz)

Der Initiator und Ko-Organisator Daniel Fink sowie die beiden Fotografen danken Professor Luís Farinha, Direktor des Museu do Aljube, Dr. Celso Manata, General­direktor der Direção-Geral de Reinserção e Serviços Prisionais (DGRSP) sowie deren Mit­arbeitenden, und Dr. Bernardino Castro für ihren Bei­trag zum Gelingen des Projektes.

Die Fotografen

Luis Barbosa

Fotograf und Ausbilder am Instituto Português de Fotografia IPF in Porto | geboren 1975, in Porto, Portugal
www.luisbarbosaphotography.com

Er spezialisierte sich auf soziale und kulturelle Foto­dokumen­tation. Sein Interesse für Foto­grafie führte ihn früh in die Dunkel­kammer und zur experi­mentellen Schwarz-Weiss-Technik, die er weiter­hin bevor­zugt. Er zeigt seine Arbeiten in Aus­stellungen und in seinem Blog. Er bildete sich am IPF in Porto aus, wo er heute junge Foto­grafen unter­richtet. Die An­frage zur Mit­arbeit an diesem Projekt stiess bei ihm sofort auf grosse Be­geisterung.
Mit seinen harten Schwarz-Weiss-Bildern stellt er schwerpunkt­mässig die Perspektive der Gefangenen und deren Gefühlswelt dar.

„Da ich nie zuvor ein Gefängnis betreten hatte, war ich erfreut, bald eine neue, verborgene Welt ent­decken zu dürfen, aber auch bewusst, dass die Teil­nahme einigen emotionalen Stress mit sich bringen würde.“

Luis Barbosa, Fotograf

Peter M. Schulthess

Fotograf SBF, spezialisiert auf Architekturfotografie | geboren 1966 in Basel, Schweiz | www.prison.photography

Seit seinem ersten zufälligen foto­grafischen Einblick vor 15 Jahren in die lokale Straf­anstalt wurde die Gefäng­nis­foto­grafie und der Justiz­vollzug im Allge­meinen zu seinem Lang­zeit­projekt, mit dem er sich auch publi­zistisch aus­einander­setzt. Nebst den Gefäng­nissen in der Schweiz besuchte er auch Ein­richtungen in Deutsch­land und nun auch in Portugal. Während seinen insgesamt 6 Tagen in den portu­giesischen Gefäng­nissen wurde er von Gilda Santos von der Uni­versi­tät Porto begleitet.
Er ist Mitglied des Verbandes Schweizer Berufs­foto­grafen und Foto­designer SBF.

“Das Projekt führte mich in ein Land, das ich vorher nicht kannte. Was werde ich sehen und was fotografieren können? Und welche Bilder dürfen wir zeigen?”

Peter M. Schulthess, Fotograf

Die Ausstellung

11. Mai – 29. September 2019

Im 19. Jahrhundert bis 1928 Frauengefängnis | Von 1928 bis 1965 Gefängnis der P.I.D.E., der politischen Polizei des Regimes des Estado Novo | Seit 2015 Museum für Widerstand und Freiheit.

Das Museum ist dem Widerstand gegen die Diktatur und dem Kampf für Freiheit und Demokratie gewidmet. Die Dauerausstellung dokumentiert Praktiken der Folter und unmenschlicher Lebensbedingungen in Haft. Es ehrt die Widerstandskämpfer und gedenkt der Opfer von Verfolgung und Inhaftierung, Folter, Exil, Deportation und, oft auch Tod.

Aljube de Lisboa, um 1900

Foto: Das Gefängnis Aljube in Lissabon, um 1900

Standort

Museu do Aljube Resistência e Liberdade

Öffnungszeiten

Di. – So.: 10 – 18 Uhr

Montag geschlossen

Eintrittspreis

Eintrittspreise: siehe Preisliste auf der Website des Museums

Ausstellungsflyer als PDF zum Download, Ausdrucken und Weiterleiten