the portuguese prison photo project – eine Ausstellung über fotografische Einblicke in portugiesische Gefängnisse

Von 9. September bis 3. Dezember 2017 im Centro Português de Fotografia CPF, Porto.

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Tage bis Eröffnung

136

Tage bis Ende der Ausstellung

the portuguese prison photo project gibt einen aktuellen Einblick in sieben portugiesische Gefängnisse. Vom grössten und ältesten der 1880er-Jahre bis zu den neusten von 2004 repräsentieren diese Estabelecimentos Prisionais über einen Viertel der Haftplätze.

Die Bilder wurden von einem portugiesischen und einem Schweizer Fotografen 2016/2017 aufgenommen. Ihre fotografische Umsetzung ergeben zwei völlig unterschiedliche, sich ergänzende Sichtweisen. Ein weiterer Zugang zum Thema bieten die historischen Aufnahmen aus staatlichen Archiven. Es ist das erste Fotoprojekt dieses Umfanges über Gefängnisse in Portugal.

Die Ausstellung mit aktueller und historischer Gefängnisfotografie wird in den Räumen des Portugiesischen Zentrums für Fotografie (CPF) gezeigt – dem ehemaligen Stadtgefängnis von Porto.

Das ist der ideale Ort für eine Aus­stellung zu zeit­genössischer und historischer Foto­grafie über Gefäng­nisse. Bereits beim ersten Besuch dieses beein­druckenden ehemaligen Gefängnis­gebäudes entwickelte Daniel Fink, Lehr­beauftragter an der Universität Lausanne, die Idee dieser Aus­stellung, begleitet von einer Konferenz zum Thema Gefängnisse im inter­nationalen Vergleich, deren Geschichte, Kultur und Fotografie.

Zusammen mit Bernardino Castro, dem Direktor des Zentrums und Professsor Cândido da Agra von der Uni­versität Porto initiierte er die Aktivitäten des Organisations­komitees.

Die Organisatoren danken Dr. Celso Manata, General­direktor der Direção-Geral de Reinserção e Serviços Prisionais (DGRSP) sowie deren Mit­arbeitenden für ihren Bei­trag zum Gelingen des Projektes.

Die Fotografen

Luis Barbosa

Fotograf und Ausbilder am Instituto Português de Fotografia IPF in Porto | geboren 1975, in Porto, Portugal
www.luisbarbosaphotography.com

Er spezialisierte sich auf soziale und kulturelle Foto­dokumen­tation. Sein Interesse für Foto­grafie führte ihn früh in die Dunkel­kammer und zur experi­mentellen Schwarz-Weiss-Technik, die er weiter­hin bevor­zugt. Er zeigt seine Arbeiten in Aus­stellungen und in seinem Blog. Er bildete sich am IPF in Porto aus, wo er heute junge Foto­grafen unter­richtet. Die An­frage zur Mit­arbeit an diesem Projekt stiess bei ihm sofort auf grosse Be­geisterung.
Mit seinen harten Schwarz-Weiss-Bildern stellt er schwerpunkt­mässig die Perspektive der Gefangenen und deren Gefühlswelt dar.

„Da ich nie zuvor ein Gefängnis betreten hatte, war ich erfreut, bald eine neue, verborgene Welt ent­decken zu dürfen, aber auch bewusst, dass die Teil­nahme einigen emotionalen Stress mit sich bringen würde.“

Luis Barbosa, Fotograf

Peter M. Schulthess

Fotograf SBF, spezialisiert auf Architekturfotografie | geboren 1966 in Basel, Schweiz | www.prison.photography

Seit seinem ersten zufälligen foto­grafischen Einblick vor 15 Jahren in die lokale Straf­anstalt wurde die Gefäng­nis­foto­grafie und der Justiz­vollzug im Allge­meinen zu seinem Lang­zeit­projekt, mit dem er sich auch publi­zistisch aus­einander­setzt. Nebst den Gefäng­nissen in der Schweiz besuchte er auch Ein­richtungen in Deutsch­land und nun auch in Portugal. Während seinen insgesamt 6 Tagen in den portu­giesischen Gefäng­nissen wurde er von Gilda Santos von der Uni­versi­tät Porto begleitet.
Er ist Mitglied des Verbandes Schweizer Berufs­foto­grafen und Foto­designer SBF.

“Das Projekt führte mich in ein Land, das ich vorher nicht kannte. Was werde ich sehen und was fotografieren können? Und welche Bilder dürfen wir zeigen?”

Peter M. Schulthess, Fotograf

Die historischen Fotografien

Kuratiert von Professorin Maria José Moutinho Santos | Spezialistin in Gefängnisgeschichte | CITCEM – Universität Porto

Die Fotografien aus der Zeit zwischen 1876 und 1974 stammen aus Sammlungen staatlicher Archive. Sie wurden aus einem Bestand mehrerer Hundert Auf­nahmen ausgewählt und setzen einen Kontra­punkt zu den heutigen Bildern von Peter Schulthess und Luis Barbosa. Wenn letztere zwei verschiedene foto­grafische Inter­pretationen zeigen, sind die historischen Bilder dagegen das Resultat vielfältiger Ein­blicke, ent­standen in unter­schied­lichen historischen, strafrechts- und gefängnis­geschichtlichen Kon­texten, die sich von der Gegen­wart stark abheben.

„Die Vielseitigkeit der Kontexte und Inhalte der Bilder zeugen von einem uner­warteten dokumentarischen Reichtum. Sie haben meinen Beitrag zu diesem Projekt zu einer bedeutenden persönlichen Erfahrung gemacht.“

Maria José Moutinho Santos, Universität Porto

Die Ausstellung

9. September – 3. Dezember 2017

Erbaut in den 1770er Jahren als Gefängnis und Gerichtsgebäude | Seit 1997 Portugiesisches Zentrum für Fotografie | Fotoarchiv und Ausstellungszentrum

Das hat die Aufgaben der Verwaltung der nationalen Fotografiesammlung, der Förderung des fotografischen Erbes, der Pflege einer Sammlung fotografischer Apparate und die Durchführung von Fotoausstellungen.


Das gewaltige Gebäude im Stadtzentrum von Porto, heute ein nationales Monument, ist ein beeindruckender Zeuge der Gefängnisgeschichte und bietet die passende Umgebung mit einem eindrücklichen Ambiente, riesigen Gemeinschaftszellen, dicken Granitmauern und schweren Eisengittern.

Standort

Öffnungszeiten

September – Oktober:
Di. – Fr.: 10 – 18 Uhr
Sa./So.: 15 – 19 Uhr

November – Februar:
Di – Fr.: 10 – 12.30 und 14 – 17 Uhr
Sa./So.: 15 – 19 Uhr

Montag geschlossen

Eintrittspreis

Der Eintritt ins Museum ist gratis.

Ausstellungsflyer als PDF zum Download, Ausdrucken und Weiterleiten